Presseerklärung
Über die Weihnachtsfeiertage 2025 wurden in der Augsburger Jesuitengasse drei Stolpersteine jüdischer Shoah-Opfer geschändet. Die dreiköpfige Familie, bestehend aus Karoline Dreilich, Ernestine Levi und Paul Levi, war am 13. März 1943 zusammen mit weiteren 2016 Jüdinnen und Juden ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert worden.
Quer über die vor kurzem mit engagierten Schülerinnen feierlich verlegten kleinen Denkmäler wurde nun geschmiert: „Wer erinnert an die vielen Palästinenser, die jeden Tag von Israelis getötet werden?“

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Durch die Positionierung dieser rhetorischen Frage auf den Stolpersteinen werden alle Jüdinnen und Juden als Kollektiv verurteilt und dämonisiert, lebende wie tote gleichermaßen, einschließlich derer, die die Gründung des Staates Israels gar nicht erlebt haben. Das ist ein klarer Fall von antisemitischer Hetze. Man hasst das Gedenken an die Familie Levi, man hasst die Levis stellvertretend für alle Juden.
Das angebliche Mitgefühl mit palästinensischen Opfern wird durch diesen Missbrauch der Stolpersteine völlig unglaubwürdig. Es handelt sich um eine reine Instrumentalisierung, um dem eigenen Judenhass „indirekt“ zum Ausdruck zu bringen.
Der Initiativkreis Stolpersteine für Augsburg und Umgebung verurteilt jede Schändung unserer kleinen Denkmäler. Der aktuelle Fall ist besonders perfide. Er missbraucht die Opfer der Shoah.
Die Sprecher*innenkreis
P.S.: Inzwischen wurden die Stolpersteine gereinigt. Wir wissen noch nicht, von wem. Wer auch immer die Initiative ergriffen hat: Danke dafür!
